Craniomandibuläre-Dysfunktion

Liebe Patientinnen und Patienten,

der Begriff CMD- craniomandibuläre-Dysfunktion wird, auch in den Medien, oft genutzt. Wir möchten Ihnen Informationen dazu geben und stehen bei Fragen gerne zur Verfügung.

Symptome dieser Erkrankung können Sie selbst sehr gut erkennen. Darunter zählen:

  • Verspannungen in der Kaumuskulatur
  • Verspannter Nacken nach dem Aufstehen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Knackgeräusch bei weiter Öffnung des Mundes
  • abgeschliffene Zahnflächen

 

Die Auslöser dieser Erkrankung können verschieden sein. Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass die natürliche Position des Kiefergelenks leicht verändert ist. Gründe dafür müssen individuell bei jedem Patienten herausgefunden werden. Beispielsweise können viele Füllungen und oder Kronen den Biss verändern. Da der Biss die Gelenkposition beeinflusst, können nur ein halber Millimeter Abweichung von der natürlichen Position im Laufe von Jahren zu den oben genannten Problemen führen. Aber auch durch Kieferorthopädie kann der Biss unnatürlich verändert werden.

Andere Auslöser dieses Beschwerdebildes können Stress oder Knirschen in der Nacht sein. Durch das unbewusste Zubeißen während der Nacht oder in stressigen Momenten, wird die Kaumuskulatur extrem beansprucht. Sie können dabei Kräfte von bis zu einer Tonne aufwenden, ohne dass Sie oder Ihr Partner / Ihre Partnerin dies merken. Manchmal können Sie dies aber selbst an Ihren Zähnen anhand von abgeschliffenen Flächen erkennen. Die starke Beanspruchung der Muskulatur kann, wie bei jedem Muskel, zu einem “Muskelkater” führen. Bei diesem kommt es dazu, dass die einzelnen Muskeln nicht symmetrisch aktiviert werden und sich die natürliche Gelenkposition durch den unterschiedlichen Muskelzug verändert.

Durch den starken Einfluss der Muskulatur ist es sehr ratsam die Behandlung durch Physiotherapie zu unterstützen. Nur entspannte und ausgeruhte Muskulatur ermöglicht es uns die natürliche Gelenkposition zu finden.

Ist es behandlungsbedürftig?

Unbedingt, Veränderungen der natürlichen Gelenkposition können, wie bei einem Knie beispielswiese, zu einem Umbau der knorpeligen Anteile kommen. Diese Prozesse sind meist irreversibel und führen zu ausgeprägten Beschwerdebildern.

Wie läuft solch eine Behandlung ab?

Zuerst einmal muss man herausfinden, ob sich die Gelenkposition bei Ihnen verändert hat und was die Auslöser sind. Hierzu wird eine spezielle Zahnschiene hergestellt, diese wird bei gesetzlich Versicherten durch die Krankenkasse bezahlt. Zusätzlich erhalten Sie ein Rezept für Physiotherapie und manuelle Therapie zur Entspannung der Kaumuskulatur. Gerne können wir Ihnen eine Auswahl von spezialisierten Physiotherapeuten nennen. Durch die Zahnschiene kann das Kiefergelenk unbeeinflusst von Ihrem Biss und der Muskulatur wieder die natürliche Gelenkposition einnehmen. In zwei Kontrollterminen wird Ihr Biss in der natürlichen Position mit einem weichen Material für die Auswertung an den Gipsmodellen bestimmt. Bei der Besprechung der Bissauswertung wird Ihnen an den Gipsmodellen Ihrer Zähne gezeigt an welchen Stellen sie zu stark oder zu wenig aufbeißen und wie dies korrigiert werden kann.

Was ist, wenn bei mir eine Korrektur des Bisses notwendig ist?

Die Auswertung wird zeigen wie stark sich Ihr Biss im Laufe des Lebens verändert hat. Grundsätzlich können nur kleine Korrekturen wie Polieren von Füllungen und Kronen schon ausreichend sein. Sollte sich der Biss stärker verändert haben, gibt es die Möglichkeit den ursprünglichen Biss mit Kunststoff oder Keramik wiederherzustellen. Für diese zwei Möglichkeiten können geringe Kosten anfallen, am Ende entscheiden Sie nach ausführlicher Aufklärung was gemacht wird.

Wann wird die Analyse des Bisses und des Kiefergelenkes empfohlen?

Sobald Sie Beschwerden im Bereich der Kaumuskulatur, der Halswirbelsäule, des Nackens, des Kiefergelenks (evtl. sogar mit Knacken) oder immer wiederkehrende Kopfschmerzen haben, ist die Therapie notwendig.

Ich bekomme einen neuen Zahnersatz. Ist es sinnvoll davor durch die Schiene herauszufinden, ob mit dem Kiefergelenk alles in Ordnung ist?

Ja, absolut und deshalb wird bei uns jeder Patient grundsätzlich bei jeder Vorsorgeuntersuchung auch im Hinblick auf das Kiefergelenk untersucht. Sollten wir Auffälligkeiten feststellen werden wir Sie darüber aufklären. Gerade, wenn Zahnersatz geplant ist, sollte dieser perfekt sein. Auch, wenn Sie keine Beschwerden haben, können uns Dinge an Ihrem Biss auffallen, die vermutlich in einiger Zeit zu Beschwerden führen würden. Deshalb wird in solchen Fällen vor der Herstellung des Zahnersatzes Ihr Biss mithilfe der Schiene analysiert. Um sicherzustellen, dass Sie Ihren Zahnersatz auch lange Zeit mit Freude und ohne Beschwerden genießen können.